SPD will Private Krankenversicherung abschaffenDie SPD hat ein neues Konzept der Bürgerversicherung vorgestellt. Es könnte das Aus für die private Krankenversicherung bedeuten, Arbeitgeber sollen stärker belastet werden. Generalsekretärin Andrea Nahles sprach von einem gelungenen „Coup“, der Interessenverband der PKV zeigte sich entsetzt. Gewinnt die SPD die Bundestagswahl 2013, so könnte das Aus für die Private Krankenvollversicherung besiegelt sein. Ein am Montag vorgestellter Beschlusstext des SPD-Präsidiums sieht vor, das Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung zu beenden. Gemäß den Plänen sind zukünftig alle Bürger zur Einzahlung in ein solidarisches Gesundheitssystem verpflichtet: so müssten auch Selbstständige, Freiberufler und Beamte, die derzeit vielfach privat vorsorgen, einen Beitrag zur Bürgerversicherung leisten. Auf der Homepage der SPD heißt es: „Umfassende soziale Sicherheit und gesundheitliche Versorgung gibt es nur dann, wenn alle Bürgerinnen und Bürger an der Versicherung beteiligt sind – unabhängig vom Alter, vom Einkommen und vom sozialen Status.“ Die Privaten Krankenkassen wären die großen Verlierer der neuen SPD-Pläne. Zwar ist ihnen erlaubt, die bisherigen Mitglieder auch weiterhin zu versorgen. Auch dürfen sie gleichsam den gesetzlichen Kassen die neue Bürgerversicherung anbieten. Jedoch wäre dem Neugeschäft ein Riegel vorgeschoben, denn zukünftig dürfen keine Kunden nach dem bisherigen Prinzip einer individualisierten und kapitalgedeckten Risikovorsorge geworben werden. So entpuppt sich die private Krankenversicherung in den Plänen der SPD als Auslaufmodell. Den Privatpatienten wird zusätzlich eine Frist eingeräumt, innerhalb der sie unter Mitnahme der Altersrückstellungen in die Bürgerversicherung wechseln können. Auf ihrer Homepage nennt die SPD drei mögliche Säulen einer Finanzierung:
Bürgerbeitrag:
Arbeitgeberbeitrag:
Dynamisierter Steuerbetrag: Kritik der privaten Assekuranz
Die Bürgerversicherung der SPD kann durchaus als Angriff auf die
private Krankenversicherung gewertet werden – zählt doch
beispielsweise Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, der
wesentlich an der Entwicklung des neuen Konzeptes mitwirkte, zu
den bekanntesten Kritikern der PKV. Bei öffentlichen Auftritten
hatte er mehrfach die Spaltung in Privat- und gesetzlich
Versicherte als „Zweiklassenmedizin“ gegeißelt.
Schon gar nicht wollte die private Assekuranz den Vorwurf auf
sich sitzen lassen, dass man mit den Herausforderungen einer
alternden Gesellschaft überfordert sei. Die SPD hatte
argumentiert, dass mit Wegbrechen des Neukundengeschäftes die
Existenzgrundlage der PKV wegfallen würde – je älter die
Mitglieder der privaten Versicherungen werden und je weniger neue
Kunden nachkommen, desto wahrscheinlicher sei eine
Beitragsexplosion für die verbliebenen Mitglieder. Die SPD
kritisierte hierbei auch die aktuelle Beitragsentwicklung in der
PKV: da der Nachwuchs fehle, müssten schon jetzt die Beiträge
rapide steigen. Auch die SPD debattiert
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles wies die Kritik hinsichtlich
einer Mehrbelastung für Arbeitgeber jedoch zurück. Um die Parität
wieder herzustellen, seien Mehrbelastungen unausweichlich. „Die
Arbeitnehmer bezahlen zur Zeit 60 Prozent der Gesundheitskosten,
die Arbeitgeber nur 40 Prozent. Wir wollen eine echte Parität von
50 Prozent.“ Zudem betonte sie, gerade personalintensive
Unternehmen könnten durch die SPD-Bürgerversicherung mit einer
Entlastung rechnen, „wenn sie viele Normalverdiener
beschäftigen.“ Dem entgegen werden solche Unternehmen besonders
belastet, in denen viele Höchstgehälter und Boni gezahlt
würden.
Quelle:http://www.versicherungsbote.de/id=76191/news.customer.reader.html?partnerid=nl1904568 |

